Welche Hausmittel Durchfall auf natürliche Weise bekämpfen! 

Was ist Durchfall (Diarrhö)?

Als Durchfall, auch Diarrhö genannt, wird Stuhl bezeichnet, der mehr als dreimal täglich auftritt, dessen Menge vermehrt ist oder von dünner, breiiger oder flüssiger Konsistenz ist. Es können (müssen aber nicht) zwingend alle Kriterien gleichzeitig auftreten, obwohl das regelmäßig der Fall ist.

Bei Durchfall handelt sich um eine weitverbreitete Erkrankung, die – so wie auch Verstopfung – praktisch jeden Menschen im Leben trifft. Das bedeutet aber nicht, dass man sofort Durchfall hat, nur weil der Stuhl mal etwas weicher ist oder die Stuhlfrequenz mal häufiger ist.

Hausmittel gegen Durchfall

Getränke

Erstmal ist es wichtig den Flüssigkeitsverlust auszugleichen und viel zu trinken:

Ernährung

Wenn Sie keinen Appetit haben, dann müssen Sie sich auch bei Durchfall erstmal nicht zum Essen zwingen. Der Nahrungsverzicht kann dem Körper in diesem Fall helfen, sich zu regenerieren, damit sich Magen und Darm beruhigen können. 

Diese und ein paar weitere Tipps haben wir für Sie im Artikel “Was soll ich bei akutem Durchfall essen?” zusammengetragen.

Richtige Zubereitung von Speisen

Nicht nur WAS man isst, sondern auch WIE man Speisen zubereitet, spielt bei der Vermeidung von Durchfallerkrankungen eine wichtige Rolle. 

  • Achten Sie auf eine möglichst ungebrochene Kühlkette. Verderbliche Lebensmittel gehören nach dem Einkauf in der Kühlschrank oder Gefrierschrank. 
  • Kochen Sie Wasser auf und lassen es abkühlen anstatt es nur warm zu machen, um Bakterien darin abzutöten. 
  • Vermeiden Sie es Speisen über längere Zeit in einem feucht-warmen Zustand zu halten wie etwa in einem Reiskocher mit dem Sie den Reis über längere Zeit warm halten. Selbst im Sommer, bei höheren Raumtemperaturen, vermehren sich Keime schneller.
  • Bei gefrorenen Speisen, entsorgen Sie das Auftauwasser und waschen Sie die Schale.

Hygiene

Achten Sie bei Durchfall besonders auf Hygiene und beachten sie einige einfache Hygienemaßnahmen. Da wir viele der Bakterien und Viren, die zur Durchfallerkrankungen führen, über die zu unsere Nahrungsmittel aufnahmen, sollten Sie bei Durchfall besonders auf Hygiene achten. Das bedeutet natürlich einerseits regelmäßiges Händewaschen, andererseits aber auch um eine gute Hygiene in der Küche. Hier ein paar Tipps:

  • Waschen Sie Lebensmittel sorgfältig vor dem Verzehr (Gemüse, Obst, etc.)
  • Waschen Sie auch solche Lebensmittel, die sie später schälen (z.B. Orangen), um zu verhindern, dass Sie selbst im Zuge des Schälens die Bakterien von der Schale auf das Innere übertragen.
  • Reinigen Sie ihre Oberflächen gründlich (z.B. Küchenplatte, Kühlschrank, Griffe der Laden, …). 
  • Reinigen Sie vor allem auch Geschirr und Schneidbretter gründlich. Das ist insbesondere relevant, nachdem Sie Lebensmittel verarbeitet haben, die gekocht oder gebraten werden müssen (z.B. Eier, Fleisch, …). 
  • Wechslen Sie Ihre Geschirrtücher regelmäßig und waschen diese in der Waschmaschine.
  • Waschen Sie ihre Hände nachdem Sie in der Küche mit Lebensmitteln hantiert haben. Man weiß beispielsweise, dass viele Blasenentzündungen bei Frauen durch das Hantieren mit Hühnerfleisch in der Küche vor dem Gang auf die Toilette entstehen (4)

Wärme

Oft wird Durchfall durch Schmerzen und Krämpfe im Magen-Darm Bereich begleitet. Wärme, wie etwa aus einer Wärmflasche, einer Moorpackung oder einen Kirschkernkissen, entspannt die Bauchmuskulatur und wirkt dadurch krampflösend und entspannend. Diese Entspannung ist wohltuend und entlastet erstmal in einer unangenehmen Situation.

Die Wärme hilft aber leider nicht gegen die unmittelbare Ursache des Durchfalls wie Viren oder Bakterien. Am besten Sie setzen die Wärme zur Entspannung bei Durchfall ein, aber ergreifen auch andere Maßnahmen.

Bei Durchfall meiden

  • Fettige Speisen
    • Fast Food
    • Chips
    • Butter
    • Wurst
  • Scharfe oder sehr stark gewürzte Speisen
  • Stark zuckerhaltige Speisen oder Getränke
    • Kuchen, Süßigkeiten
    • Cola, Limonaden
  • Stark blähende Speisen
    • Bohnen, Linsen oder allgemein Hülsenfrüchte
    • Rohes Gemüse wie Kohl oder Zwiebeln
  • Alkohol
  • Milchprodukte
  • Kaffee
  • Kohlensäurehaltige Getränke
  • Nikotin

Diese und ein paar weitere Tipps haben wir für Sie im Artikel “Was soll ich bei akutem Durchfall meiden?” zusammengetragen.

Mythen und Irrglauben

  • Mythos: Cola & Salzstangen
    Ist eher ein Irrglaube. Cola hat zu viel Zuckern und Salzstangen nicht die ausreichende Mischung an Elektrolyten, die Sie benötigen. 

  • Mythos: Alle Lebensmittel, die gegen Verstopfung helfen, schaden bei Durchfall
    Stimmt teilweise. Einerseits gibt es natürlich Nahrungsmittel, welche als Hausmittel gegen Verstopfung gelten. Dadurch haben Sie schon ein paar gute Indikationen, was bei akutem Durchfall wohl nicht helfen wird. Den deftigen Bohneneintopf sollten Sie bei akutem Durchfall erstmal weglassen. Viele Lebensmittel, die bei Verstopfung helfen, wirken nicht abführend, sondern regulieren allerdings den Darm und die Verdauung. Bei chronischem Durchfall liegt die Antwort aber nicht so klar auf der Hand, dazu sollten Sie sich eine professionelle Diagnose einholen. 

Ursachen von Durchfall

Die meisten Durchfallerkrankungen werden durch Bakterien und Viren ausgelöst. Dazu kommen noch einige weitere, seltenere Ursachen (1, 2):

  • Genuss von verdorbenen Lebensmitteln
  • Infektionen mit Bakterien (z.B. E. coli, Rotaviren, Salmonellen, Clostridium difficile)
  • Infektionen mit Viren (z.B. Noroviren)
  • Nebenwirkungen von Medikamenten (z.B. Antibiotika, Schmerzmittel)
  • Gelegentlich nach dem Genuss von für den Menschen ungenießbaren Lebensmitteln, wobei hier oft Symptome wie Erbrechen und Wahrnehmungsstörungen im Vordergrund stehen (z.B. Fliegenpilze oder Knollenblätterpilz)
  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Reizdarmsyndrom
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Chronische Darminfektionen
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z.B. Lactoseintoleranz, Fructoseintoleranz, Sorbitintoleranz, Zöliakie)

Übertragung

Die häufigste Übertragung erfolgt dabei durch den Verzehr von verdorbenen oder verunreinigten Nahrungsmitteln oder Getränken. Dabei sind vor allem:

  • rohes Fleisch
  • Eier
  • Milch
  • Fisch oder
  • (Roh-)Wurstsorten

häufiger mit Keimen verunreinigt. Doch auch Veganer können sich nicht ganz entspannt zurücklehnen, denn auch bei Salaten und Sprossen Vorsicht geboten. In unseren Breiten heute zum Glück seltener, aber auch verunreinigtes Trinkwasser kann sehr schnell Durchfall auslösen.

Überdies besteht die Gefahr einer Schmierinfektion, etwa durch den Kontakt mit kleinsten Stuhlresten. Daher ist bei Durchfall Hygiene und insbesondere auch das Händewaschen sehr wichtig, um nicht noch weitere Personen im Haushalt anzustecken.

Akuter und chronischer Durchfall

Man unterscheidet bei Durchfall grundsätzlich zwischen akutem Durchfall oder chronischem Durchfall. 

  • Eine akute Durchfallerkrankung kommt schnell und geht üblicherweise mit unterstützender Schonkost auch schnell wieder vorbei. Oft reichen ein bis zwei Tage aus, um den Durchfall überwunden zu haben, trotzdem kann eine schwere, akute Durchfallerkrankung auch mal zwei Wochen andauern bis sich die Stuhlkonsistenz und Stuhlfrequenz wieder normalisiert.  
  • Chronischer Durchfall ist eine Erkrankung, die professionell therapiert werden sollte. Chronischer Durchfall wird oft durch die oben genannten entzündlichen Darmerkrankungen, Darminfektionen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Probleme bei der Nährstoffverwertung ausgelöst.   

Was ist eine Lebensmittelvergiftung?

Eine Lebensmittelvergiftung ist nichts anderes als eine umgangssprachliche Beschreibung für das Auslösen von Durchfall durch eine der oben beschriebenen Ursachen. Üblicherweise spricht man dann von einer Lebensmittelvergiftung, wenn man mit Bakterien oder Viren verunreinigte Lebensmittel zu sich nimmt und daraufhin Durchfall bekommt. Zum Durchfall gesellen sich dann häufig noch Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen bis hin zu Bauchkrämpfen, Fieber und allgemeines Schwächegefühl.

Abhängig vom konkreten Giftstoff treten die Vergiftungserscheinungen meist Minuten oder Stunden nach dem Verzehr ein. Gelegentlich kann es auch mehrere Tage dauern bis die Lebensmittelvergiftung auftritt, etwa bei einer Infektion durch das Bakterium Campylobacter (3). Meist geht die Lebensmittelvergiftung nach wenigen Tagen wieder vorüber; bleibt Sie länger bestehen, dann sollte diese jedenfalls behandelt werden. Suchen Sie sich rechtzeitig ärztlichen Rat. Insbesondere bei Kindern, älteren oder Geschwächten Menschen ist erhöhte Vorsicht geboten.

Gefahren und Begleiterscheinungen von Durchfall

Eine schwere Durchfallerkrankung kann dem Körper über drei Liter Flüssigkeit pro Tag entziehen. Überdies werden ihm wichtige Salze und Mineralstoffe entzogen. Daher ist es wichtige bei Durchfall den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Auch wenn es schwer fällt, trinken Sie so viel wie möglich.  

Durchfall bei Kindern

Babys oder Kleinkinder leiden typischerweise häufiger an Durchfall als Erwachsene. Generell wissen die meisten Eltern, dass der Stuhl von Babys etwas weniger regelmäßig auftritt als bei Erwachsenen. Mal kommt er mehrmals täglich, mal nur alle paar Tage ohne, dass es sofort ein großes Problem ist. Als Elternteil wissen Sie am besten, ob die beobachtete Stuhlhäufigkeit und -konsistenz bei ihrem Kind normal ist. Seien Sie vor allem aufmerksam wie ihr Baby auf bestimmte Lebensmittel reagiert.  

Bei Säuglingen und Kleinkindern muss besonders auf den Verlust von Wasser und Elektrolyten geachtet werden. Dieser Flüssigkeitsverlust kann zu Austrocknung führen, welche schlimme Folgen hat. Gerade bei Säuglingen kann das sehr schnell, etwa nach 24 Stunden. Der Ersatz der verloren gegangenen Flüssigkeit und Elektrolyte ist deshalb die wichtigste Therapiemaßnahme. Bei bereits starker Dehydrierung sollten Sie vorsichtig mit der Gabe von Medikamenten gegen Durchfall sein (5).   

Elektrolyte

Elektrolyte sind positiv oder negativ geladene Teilchen, die die Regulierung des Flüssigkeitshaushalt und die Verteilung des Wassers im Körper steuern. Sie sind in der Lage elektrischen Strom leiten und – für den menschlichen Körper besonders wichtig – sie werden vom Nervensystem für den Informationsaustausch benötigt. Überdies werden Elektrolyte für viele weitere Körperfunktionen benötigt.

Die Elektrolyte teilen sich wie oben angesprochen in positiv geladene Teilchen (Anionen) und negativ geladene Teilchen (Kationen). Die wichtigsten darunter sind:

  •   Kationen (positiv geladene Teilchen)
    • Kalzium
    • Natrium
    • Magnesium
    • Kalium
  • Anionen (negativ geladene Teilchen)
    • Phosphat
    • Sulfat
    • Chlorid

Flüssigkeitszufuhr (Getränke, Speisen) oder Flüssigkeitsausscheidung (über den Atem, die Haut, aber auch über den Urin und Stuhl) ändern erstmal das komplexe Gleichgewicht an Flüssigkeit und Elektrolyten im Körper. Hier kommen die Elektrolyte ins Spiel, die unter anderem die Flüssigkeitsausscheidung regulieren, sowie die Flüssigkeit wieder dort im Körper verteilen wo sie gebraucht wird.

Neben dem hier bereits angesprochenen Durchfall können auch starkes Erbrechen, Schwitzen (etwa durch Sport) oder auch eine Störung der Nierenfunktion dazu führen, dass Elektrolythaushalt im Körper durcheinander gerät. Dann ist es wichtig diesen wieder aufzufüllen. Dazu können Sie entweder auf Orangensaft, Reis mit Salz oder eine Hausgemachte Elektrolytlösungen zurückgreifen.

Soll ich bei Durchfall zum Arzt gehen?

Wir hoffen, dass Sie aus all den Informationen schon herauslesen, dass Durchfall vielfältige Gründe und sehr schwere Komplikationen haben kann. Daher sollten Sie jedenfalls rechtzeitig zum Arzt gehen! Der Arzt hat mehrere Möglichkeiten zuerst eine korrekte Diagnose zu stellen und Ihnen dann zielgerichtet zu helfen. Dies beginnt üblicherweise mit Fragen zu möglichen Infektionsquellen (Lebensmittel, Ansteckung im familiären oder beruflichen Umfeld, etc.), kann zur Erhärtung der Diagnose allerdings überdies noch weitere Instrumente einsetzen wie beispielsweise Darm- und Blutuntersuchungen, Ultraschall und gegebenenfalls auch eine Darmspiegelung.   

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Stuhltagebuch

Um Ihrem Arzt die Diagnose zu erleichtern, hilft es auch schon vorab ein Stuhltagebuch zu führen. Wir bieten Ihnen eine Vorlage für ein Stuhltagebuch zum Download an.

Behandlung von Durchfall mit Medikamenten

Natürlich lässt sich Durchfall auch medikamentös behandeln. Medikamente gegen Durchfall sind üblicherweise höchst wirksam, doch sollten diese nach Konsultation eines Arztes und nicht auf Verdacht eingenommen werden. Das Auffüllen des Flüssigkeitshaushalts durch Elektrolyt-Glucose-Lösungen ist meist eine gute Idee – obwohl auch hier hausgemachte Elektrolytlösungen existieren. Doch insbesondere Medikamente, die eine stopfende Wirkung haben, sollten mit Vorsicht und unter Aufsicht eingenommen werden. Der Durchfall ist ja oft eine Reaktion des Körpers, um Giftstoffe (Stichwort Lebensmittelvergiftung) auszuscheiden. Medikamente mit stopfender Wirkung verhindern dann die Ausscheidung der Gifte.